Zehnjährliches Hochwasser: Villach entging dem Allerschlimmsten

 
Die vom Krisenstab eingeleiteten Schutzmaßnahmen haben gegriffen. Die Einsatzkräfte durchstanden eine herausfordernde Unwetternacht. Doch: „Villach ist zum Glück dem Allerschlimmsten entgangen!“, sagt Krisenstabsleiter Bürgermeister Günther Albel und dankt allen, die unermüdlich im Einsatz standen.
 
Etwas können Drau und Gail im Laufe des Tages noch steigen. Dann sollte sich der Pegelstand aber zügig senken. Der Villacher Hochwasser-Krisenstab zog Dienstagvormittag ein erstes Resümee der wilden Unwetternacht. „Die Gail hat mehr Wasser geschickt als erwartet, die Drau weniger!“, hieß es seitens der hydrologischen Beobachtungen. „Wir haben ein HQ10 erlebt, ein Hochwasser, wie es statistisch alle zehn Jahre vorkommt.“ Das befürchtete HQ30 ist glücklicherweise ausgeblieben. Bis zum Überlaufen der Schutzmauer in der Innenstadt wären noch rund 1,90 Meter Platz gewesen. Und die Drau wälzt sich mit hoher Fließgeschwindigkeit als dunkelbraune Brühe mit viel Material in imposanter Höhe durch Stadt.
„Wir sind gerade dabei, den Hochwasserschutz im gesamten Stadtgebiet zu überarbeiten“, erklärt Krisenstabsleiter Bürgermeister Günther Albel. „Das aktuelle Geschehen zeigt, wie wichtig diese zu treffenden Maßnahmen sind.“ An einigen Stellen wird man Schutzmauern erhöhen müssen, um einem HQ30 bzw HQ100 sicher die Stirn bieten zu können.
 
Fast alle Freiwilligen Villacher Feuerwehren hatten unter der Koordination von Bezirksfeuerwehrkommandant Andreas Stroitz und dem Kommandanten der Hauptfeuerwache, Harald Geissler, die ganze Nacht hindurch im gesamten Stadtgebiet mehr als 60 Einsätze abzuarbeiten. 172 Feuerwehrfrauen und -männer vollbrachten Höchstleistungen. Auch mehr als 2000 Sandsäcke und sechs Bigs Bags, die einen Kubikmeter Sand beinhalten, wurden an kritischen Stellen verteilt. „Unsere umfangreichen Maßnahmen, die wir zum Teil bereits am Sonntag eingeleitet haben, waren richtig und wichtig!“, ziehen sie eine vorläufige Bilanz. Zahlreiche Keller hatten sie in der vergangenen Unwetternacht auszupumpen, Sandsäcke nach zu justieren, vom Sturm gefällte Bäume entfernen, und immer wieder zu kontrollieren, wie sich der Pegelstand entwickelt, die Absperrungen halten.
 
„Wir sind zum Glück noch relativ glimpflich davongekommen“, bringt der Krisenstabschef es auf den Punkt. „Auch wenn nach dem Abfließen der nächste Kraftakt wartet: Das große Aufräumen und die aufwändige Reinigung der Bermen.“ Diese bleiben übrigens bis auf weiteres aus Sicherheitsgründen gesperrt. 
Das für Donnerstag angekündigte nächste Italientief sollte laut Meteorologen nicht mehr so große Regenmengen liefern. 

  

(Aussendung Stadt Villach,Fotos: Karin Wernig/Stadt Villach)

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